20 digitale Pilotschulen in Thüringen. Erfahrungsaustausch zwischen ihnen, gegenseitige Besuche ( nun ja vielleicht bald wieder ), finanzielle Unterstützung durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport für Hard- und Software - Apple TVs, GoodNotes, Formelsammlung.
20 digitale Pilotschulen in Thüringen. Eine davon sind wir.
Seit dem 07.03.2019 sind wir eine Digitale Pilotschule. Rekapitulieren wir kurz, wie es dazu kam.
Im August 2018 sprach das LRA die Schulleitung an und machte den Vorschlag, sich für das Projekt des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zu bewerben. Gründe dafür gab es viele.
Schon lange davor war die Digitalisierung ein wesentlicher Faktor der Schulentwicklung.
Deshalb war die Schule digital überdurchschnittlich gut ausgestattet.
Kolleginnen und Kollegen setzten digitale Medien im Unterricht ein und waren daran interessiert, dies auch im größeren Umfang zu tun.
2019 war das Jahr, in dem erstmals die Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe als Ipad-Klassen starteten.
Eine Vielzahl von Weiterbildungen, wie zum Beispiel das Apple Teacher Programm, schulinterne Schulungen zu diversen Aspekten des Unterrichts mit IPads, Galneoboards, der TSC und der Nutzung von Computerkabinetten, half, auch die Lehrerinnen und Lehrer zu integrieren, die sich eher als Digital Outsider verstanden.
Das war kein leichter Weg. Schule war auch in den Jahren vor 2020 eine fordernde Angelegenheit. Und manchmal glaubte man und glaubt es auch heute noch, dass gefühlt jede halbe Stunde etwas Neues hinzukommt, dass auch noch erledigt werden muss. Schnell. Effizient. Vollständig. So manche von uns sind verwurzelt in Traditionen. Manche von uns wollen, dass es so bleibt, wie es ist. Manche lieben ihre grüne Tafel und ihre weiße Kreide. Andere hängen an der sokratischen Methode. Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler über eine Schreibschrift verfügen, die ihnen hilft, ihre Gedanken beim Schreiben zu verfertigen.
iPads, Apps, Boards, digitale Notenbücher, Lehrbücher im eBook Format, Apple Pencils, Apple TVs …. All das waren nur die nächsten großen Steine, die den Berg hinaufgerollt werden mussten. Und wie das am Anfang von etwas Neuem ja immer ist. Manche umarmen die neue Technik freudig. Andere lehnen erst einmal alles ab. Man verabsolutiert. Man ängstigt sich, abgehängt zu werden. Man weiß nicht so recht, wie es geht, bevor man es selbst gemacht hat.
Inzwischen sind diese Ängste zum größten Teil besiegt. Unsere Schüler lesen gedruckte Bücher und haben ihre eBooks. Sie tippen, schreiben mit dem Pencil auf dem Tablet und mit dem Stift auf Papier. Und manchmal ist ihr Ablagesystem genauso chaotisch wie ihre Heftführung. Wir setzen Präsentationen ein und verfertigen Tafelbilder. Wir werden immer besser in der Handhabung der Tablets. Man hilft einander. Was der eine nicht weiß, kann ein anderer erklären. Oder die Klasse, vor der man sitzt. Die Schule hat eine technische Supportgruppe etabliert. Aus den Digital Outsiders sind Digital Immigrants geworden. Wir haben uns darauf eingelassen. Wir haben Kompromisse gesucht. Wir haben gelernt.
Und im März 2020 wussten wir plötzlich, warum es so wichtig sein kann, Steine den Berg hinaufzurollen. Auf einmal war Digitalisierung kein Projekt mehr. Auf einmal war der Einsatz digitaler Medien die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Wie das so gelaufen ist?
Bleiben sie dran :o)
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